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Allgemeine Regeln für die Grundver­sicherung

Die gesetzliche Grundversicherung und die Zusatzversicherungen müssen nicht bei der glei­chen Kranken­kasse abge­schlossen werden. Die Grund­versiche­rung kann un­ab­hängig vom Alter und vom Gesund­heits­zustand bei jeder Kranken­kasse ab­ge­schlossen wer­den. Die Ver­siche­rungs­leistungen sind bei jeder Kasse die­sel­ben, die Prämien unter­scheiden sich aber deutlich. Achtung: Bei den Zusatz­versicherungen sind Ab­lehnungen und Vor­be­halte möglich. Deshalb ist die be­ste­hen­de Zusatz­ver­sicherung erst zu kündigen, wenn der neue Versicherer eine vor­behalt­lose Auf­nahme schrift­lich be­stätigt hat.

Die Spanne der Ein­sparungs­möglichkeit von der billig­sten bis zur teuersten Kasse erreicht ins­be­sondere im Kanton Basel-Stadt einen respektablen Betrag, und dies bei gleicher Leistung.

Im Hinblick auf die an­ge­kündig­ten Prämien­erhöhungen empfehlen wir Ihnen nichts zu über­stürzen. Warten Sie in Ruhe die Prämien­ankündigung für das nächste Jahr ab, die Sie im Okto­ber er­hal­ten soll­ten. An­schliessend haben Sie bis Ende November Zeit, um die Grund­ver­siche­rung bei Ihrer jetzi­gen Kranken­kasse zu kün­di­gen, und zwar un­ab­hängig davon ob die Prämie erhöht wird oder nicht. Um ganz sicher zu sein, dass die Kün­di­gung recht­zeitig ein­trifft, senden Sie die Kündigung spätestens am 20. November ein­ge­schrieben ab.

Im Gegen­satz zu den Zusatz­ver­sicherungen spielt bei der Grund­versiche­rung das Alter beim Wechsel der Kranken­kasse keine Rolle.

Sie müssen auch nicht schon vor der Kün­digung bei der bis­heri­gen Kasse in einer neuen Kasse auf­ge­nommen sein. Sie können aus­wählen und sich auch noch bis Mitte Dezember bei einer neuen Kasse an­melden.

Wie finde ich die günstigste Kasse?

Hier ist es von Vorteil, wenn man über einen Inter­net­an­schluss ver­fügt. Eine detaillierte Über­sicht finden Sie unter www.comparis.ch. Nützliche Informationen zum Thema Kranken- und Unfall­versicherung sowie eine Liste der Prämien aller Kranken­kassen sind auch unter www.bag.admin.ch zu finden. Wer keinen eigenen Internet­an­schluss hat, kann ein Inter­net­lokal be­nützen, um an die Information zu kommen.

Sie können sich aber auch an die Firma BRG Insurance Broker AG, Im Langacker 5, 4144 Arlesheim, Telefon 061-706 77 77, wenden. Man berät Sie dort gerne in Bezug auf einen Wechsel zu einer gün­stigeren Grund­ver­sicherung und hilft Ihnen - wenn gewünscht - auch bei der Kündi­gung der bis­herigen Kranken­kasse. E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Wie können Sie Ihre Prämien auch noch senken?

Erhöhung der Franchise

In der Grund­versicherung kann die Jahres­franchise er­höht werden. Das heisst der­jenige Betrag für Leistungen, den der einzelne Versicherte selbst bezahlen will. Die Wirkung der Er­höhung der Franchise zeigt fol­gen­des Beispiel:

Franchise/Jahr
in CHF Maximaler Prämienrabatt*
in CHF
CHF 300: CHF 0
CHF 500: CHF 140
CHF 1'000: CHF 490
CHF 1'500: CHF 840
CHF 2'000: CHF 1'190
CHF 2'500: CHF 1'540

* Die Krankenkassen können diese Rabatte nach unten variieren.

CHF 300.- ist die obligatorische Minimal­franchise. Die Änderung einer Franchise kann nur auf den Beginn eines Kalender­jahres erfolgen. Falls Sie die Kasse wech­seln, können Sie bei der neuen Kasse eine andere Franchise wählen. Für den Wechsel der Franchise ist das Datum, an dem Ihr Kün­digungs­schreiben bei der Kran­ken­kasse eintrifft, ent­scheidend. Bis am 30. Novem­ber können Sie eine tiefere resp. bis am 31. Dezem­ber eine höhere Jahres­franchise bean­tragen. In beiden Fällen ist das Datum, an dem Ihre Kündi­gung bei der Kran­ken­kasse eintrifft, mass­gebend.

Hausarzt- oder HMO-Modelle

Der Beitritt zu einem solchen Modell führt in der Regel zu einer Prämien­vergünstigung. Erkun­digen Sie sich bei Ihrer jetzigen Kranken­kasse nach den Aus­wirkungen.

Falls Sie aus einem Haus­arzt- oder HMO-Modell aus­steigen möch­ten, müssen Sie einen Wech­sel in die nor­male Grund­ver­sicherung bei der gleichen Kasse unter Ein­haltung der ge­setz­lichen Kün­digungs­fristen an­ge­hen. Den Wechsel müssen Sie der Krankenkasse per Ende September mit­teilen.

Wenn Sie die Kasse wechseln, sind Sie nicht ver­pflichtet, dieses Spar­modell beim neu­en Ver­sicherer weiter­zu­führen.

Individuelle Prämienverbilligung

Wer bei der Prämienentwicklung bei der Grund­ver­sicherung finanziell nicht mehr mit­hal­ten kann, darf um eine Prämien­ver­billigung nach­suchen. In den Nord­west­schweizer Kantonen kommt man wie folgt dazu:

Basel-Stadt

Bezüger von Ergänzungsleistungen erhalten von Amtes wegen ein Antragsformular. Personen ohne Er­gänzungs­leistungen, die die Grund­ver­sicherungs­prämie nicht mehr be­zahlen kön­nen, melden sich beim Amt für Sozial­bei­träge, Telefon 061-267 86 65.

Baselland

Die berechtigten Personen erhalten von der Ausgleichskasse in Binningen (Telefon 061-425 25 25) ein An­trags­formular, das sie noch ergänzen, unter­schreiben und zurück­schicken müs­sen.

Aargau

Die bisherigen Bezüger erhalten automatisch ein Antragsformular. Neue Antrag­steller können das Formular bei der Ge­meinde­ver­waltung (AHV-Zweigstelle) beziehen. Einreichefrist für die Anträge zur Prämien­ver­billigung ist der 30. Juni.

Solothurn

Die berechtigten Personen erhalten von der kantonalen Ausgleichskasse in Solothurn (Telefon 032-686 22 67) auto­matisch ein Antrags­formular, das sie ausgefüllt an die Ausgleichskasse zurücksenden.

Die Prämienverbilligung geht in allen Kantonen an die Krankenkasse.

Regeln für die Zusatzversicherung

Für die Zusatz­versicherung gilt das Ver­sicherungs­ver­trags­gesetz (VVG). Im Unter­schied zum KVG bei der Grund­ver­sicherung überlässt das VVG die Regelungen für die Kündigung usw. den Ver­trags­partnern. Des­halb sind die Details in den allge­meinen Vertrags­be­stimmungen (AVB) geregelt. Für eine Kündigung der Zusatz­ver­sicherungen gilt in der Regel eine drei­monatige Frist, d.h. Kündi­gungen müssen je­weils bis zum 30. September beim Versicherer eingetroffen sein.

Bei Prämienerhöhungen kann - je nach Reglement - im November oder Dezember ge­kündigt werden. Wichtig: Prämien­an­passungen wegen Alters­gruppen­wechsel lösen kein Kün­di­gungs­recht aus.

Wichtig für Senioren bei einem Wechsel der Zusatzversicherung: Kündigen Sie Ihre jetzige Zu­satz­ver­sicherung erst, wenn Sie vom neuen Ver­sicherer die schrift­liche Auf­nahme­be­stätigung haben. Es gibt nämlich nur ganz wenige Versicherer, die Senioren neu in Zusatz­ver­sicherungen auf­nehmen. Zudem können für be­stehen­de Krank­heiten Aus­schlüsse gel­tend ge­macht werden, oder die Auf­nahme kann ganz ab­ge­lehnt werden.

Viele Krankenkassen haben bei den Zusatzversicherungen die Möglichkeit von frei­willigen Selbst­behalten zum Prämiensparen. Konsultieren Sie das Regle­ment oder er­kun­digen Sie sich bei Ihrer Kranken­kasse über die Ein­spar­möglich­keiten.

Gehört Alternativmedizin zur Grundversicherung? Ab Januar 2012 vergüten die Kran­ken­kassen aus der Grund­ver­sicherung fünf Methoden der Alter­nativ­medizin, näm­lich anthropo­sophische Medizin, Homöo­pathie, Neural­therapie nach Huneke, Phyto­therapie und traditionelle chine­si­sche Medizin. Dies gilt bis Ende 2017. Achtung: Damit die Grund­ver­sicherung zahlt, muss der be­handeln­de Arzt eine Zusatz­qualifi­kation für Kom­plementär­medizin haben. Siehe dazu im Internet unter www.doctorfmh.ch.

Bilaterale Abkommen mit der EU

Auswirkungen, die auch Sie betreffen

In Bezug auf die Versicherungspflicht und den Leistungsanspruch wurden folgende Regeln er­lassen: Grund­sätzlich wird die Versicherung in dem Land abgeschlossen, aus dem das Gehalt oder die Rente bezogen wird. Dies gilt auch für Familienmitglieder des Versicherten, die keine Erwerbs­tätigkeit ausüben. Familien­mitglieder, die erwerbs­tätig sind, müssen sich im Land ihres Arbeits­ortes versichern.

Wer ist von dieser Änderung betroffen?

Renten­bezüger, die ihren Wohnsitz in einem EU-Land, in Island oder Norwegen haben und eine AHV-Rente aus der Schweiz beziehen, müssen die Kranken­ver­sicherung in der Schweiz ab­schliessen, so­fern sie nicht den Nach­weis er­bringen, dass sie in ihrem Wohn­land mindestens gleich­wer­tig ver­sichert sind.

Der Leistungs­an­spruch richtet sich nach den Bestimmungen des­jenigen Landes, in dem der Ver­sicherte die medizinische Leistung erhält.

Ferienaufenthalter in EU-Ländern, Island und Norwegen

Die bilateralen Abkommen gelten auch für in der Schweiz Versicherte, die in einem der er­wähn­ten Länder in den Ferien sind. Bei einem medizinischen Not­fall haben sie An­spruch auf die Leistungen gemäss den Bestimmungen des Ferien­landes. Der Be­griff Not­fall um­fasst die medizinischen Mass­nahmen, die un­mittel­bar not­wendig sind und die nicht auf den Zeit­punkt der ge­planten Rück­kehr in die Schweiz ver­schoben werden können.

Seit 2006 gibt es die europäische Versichertenkarte. Diese sollten Sie von Ihrem Kran­ken­ver­sicherer er­hal­ten haben. Meist ist der schweizerische Ver­sicherungs­aus­weis auch gleich die europäische Ver­sicher­ten­karte. Diese muss bei einer all­fälligen not­fall­mässigen Be­handlung im Ferien­land vor­ge­wiesen werden. Über die detaillierten Deckungen bei einem Auslands­auf­ent­halt er­kun­digen Sie sich bei Ihrer Kranken­kasse. Damit auch weitere Leistungen, wie z.B. Rück­trans­porte, ver­sichert sind, em­pfehlen die Kranken­kassen den Ab­schluss einer Zusatz­ver­sicherung (wie z.B. Vacanza bei Visana, Mundo bei Groupe Mutuel; Mit­glieder von Swica sind mit Completa Top ent­sprechend ver­sichert).

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